Isn’t it romantic?

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Wer sich in Köln auf die Suche nach Romantik begibt, wird normalerweise schnell fündig: Das Dom-Panorama im Sonnenuntergang, ein Sommerabend am am Decksteiner Weiher, eine Fahrt mit der Rheinpark-Gondel… momentan liegt der wohl romantischste Ort der Stadt im MAKK: Museum für Angewandte Kunst Köln. Denn dort findet gerade eine Ausstellung zum Thema statt. Es geht um Kunst, Möbel und Design und ja, auch um Kitsch.

„Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation“ lautet der etwas wissenschaftlich verkopfte Titel der Veranstaltung. Ich gestehe, dass ich erst sehr spät darauf aufmerksam geworden bin, denn sie startete bereits zur Möbelmesse im Januar und endet nun leider schon am 21. April 2013.

„Fliehen Designer vor der digitalen Gegenwart?“ fragten sich die Fachjournalisten vom ART-Magazin. Will heißen: Stellen wir deshalb wieder Kristallväschen und Nippes aus Omas Schränken auf, weil wir mit unserem komplizierten Alltag nicht klarkommen? Muss er der handgeknüpfte Teppich sein? Und der Beistelltisch aus selbst zusammen geklaubtem und zurechtgeschnitztem Birkenholz? Fragen über Fragen, die ich mir auch gestellt habe, angesichts meiner jüngsten Begeisterung für Do-it-yourself und Co.

Und gerade weil ich mich selbst dabei ertappe, dass  ich wieder vergilbte Spitzendeckchen aus Kisten krame, war bei dieser Ausstellung goldrichtig! In drei Räumen finden sich Exponate von 40 Designern. Zum Teil geschmacklos (tote Mini-Mäusebaby-Figürchen aus Porzellan, genannt „snow-whites“), zum Teil ein bisschen gewöhnlich (eine krumme Holzleiter, die angeblich ins Nirgendwo führt oder der „Ozeanteppich“, ein Teppich in Blautönen eben), zum Teil aber auch richtig schön: Das „Canapé Cactus“ hat es mir angetan und vor allem die „Sparkle Shady“ Serie von Jaime Hayon – zum Niederknien. Jede einzelne Leuchte aus Swarowski-Kristall möchte man am liebsten sofort haben!

Dass man sich in einer Design-Kunstausstellung befindet, daran erinnern dann doch eher diese „Light Blubs“, fürs Wohnzimmer eher unpraktisch, aber dafür mit künstlerischer Aussage.

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Von „Ikea PS“ gibt es bunte Wandteppiche mit Tierköpfen zu bestaunen. Interessant auch das „Birdwatch cabinet“, eine Art Holzkasten mit Matratze und lustigen schwarzen Vogelstickern. Zusatz im Titel: „for girl“. Warum der Kasten nur für Mädchens sein soll, wissen nur die Künstler.

Fazit: Eine kleine, wirklich feine Ausstellung für den Besuch zwischendurch zum Staunen und Inspiration-Sammeln. Sehr nettes Museumspersonal, das auch gerne mal die Funktion der einen oder andere Lampe  demonstriert. Was Porzellan-Mäusebabys mit Romantik und „Gegenpunkt zum Loft-Style der 90er“ zu tun haben, habe ich zwar am Ende nicht begriffen. Aber man muss sich ja auch nicht alles ins Regal stellen.

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