Kunst im Treppenhaus

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Die besten Tage sind ja immer die, an denen man sich nichts Bestimmtes vornimmt, sondern ohne Erwartungen irgendwohin fährt. Ein Eiskaffee in Ehrenfeld schien uns eine gute Idee, aber statt im Café fanden wir uns plötzlich in fremden Treppenhäusern und Hinterhöfen wieder und schauten: Kunst!

An diesem Wochenende fand nämlich wieder die „Kunstroute Ehrenfeld“ statt, wir als Nicht-Ehrenfelderinnen nicht wirklich mitbekommen hatten. Umso größer die Überraschung, als uns ein entsprechender Flyer in die Hand fiel. Also Kaffee verschoben, Spaziergang vorgezogen. Die Krake im Fenster gehörte übrigens nicht zum Repertoire! Aber sie passte irgendwie, fand ich.

Über 34 Ateliers und mehr als 70 Künstler im Stadtteil hatten quasi „offene Tür“ und luden zum Rundgang ein. Mir ist dieses Routenprinzip aus Südfrankreich bekannt, wo sich im Sommer ganze Dörfer zu einem Kunst-Parcours verwandeln. Umso schöner finde ich, dass es so etwas immer öfter auch bei uns gibt. Und vor allem: Mir war bislang nicht klar, dass sich so unglaublich viele Ateliers hinter Ehrenfelds Türen verbergen.

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Mit einem Flyer bewaffnet konnte man sich also auf die „Strecke“ begeben. Gutes Schuhwerk war von Vorteil, um über Treppen und Stiegen zu den teilweise ziemlich versteckten Atelierräumen zu kraxeln. Zum Beispiel zu dem von Aino Nebel. Ihre pastelligen Papierarbeiten und Zeichnungen haben mir persönlich gefallen. Spannend auch die Fotografien von Ulrich Dürrenfeld, die zum Teil in CD-Hüllen präsentiert wurden.

Ein besonders tolle Mitmach-Idee hatten Nathalie und Juultje aus der Stammstraße: Sie hatten ihr schönes, helles Treppenhaus zum Kunstraum umfunktioniert und zeigten Bilder, meist Grafiken, die sie in den vergangenen Jahren privat gesammelt haben. Doch nicht nur einfach so. Am Eingang bekam man Aufkleber und durfte drei Werke „auszeichnen“, die einem am Besten gefallen haben. Da die beiden einen excellenten Geschmack haben, war das gar nicht so leicht.

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Begonnen hatten wir unseren Rundgang übrigens im Strandhaus, wo Inhaberin Jessika Joke-Althoff mit einer Galerie an Hundebildern aufwartete: Sie hat Ehrenfelder Geschäftsleute und ihre Hunde portraitiert: „Ladenhüter“ sozusagen. Eine einfache, sympathische Idee.

Die Kunstroute findet übrigens noch bis heute abend statt. Wer hin will, muss sich beeilen. Oder auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffen!

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