Visiting Picasso

Es gibt solche Tage, da will man nur schnell was im Internet nachlesen, klickt sich von hier nach da und landet plötzlich in einer Geschichte, die sich spannender liest als jeder Roman. Ging mir neulich so, als ich etwas recherchieren wollte über Pablo Picasso. Eigentlich ist doch alles über ihn und sein Leben erzählt, sollte man meinen. Doch ich landete plötzlich auf dem Blog von Naomi Caryl. Sie ist 82 und nennt sich selbst „Old lady of the hills“ und unter diesem Pseudonym bloggt sie seit 2005. Meist über ihre Kakteensammlung und verstorbene Broadway-Stars.

Aber:

Sie hat aber auch elf Einträge über ihren Sommer an der Côte d’Azur 1969 verfasst. Unter „Part 10“ berichtet sie anhand zahlreicher Foto-Dokumente, wie sie mit ihrer Familie Picasso in seinem Haus in Mougins bei Cannes besuchte. Ihr Vater, Joe Hirshhorn, war Kunstsammler, daher war es nicht ungewöhnlich, dass sie von ihm empfangen wurden. Ihre Erzählung deckt sich aber mit dem, was Picassos Freund Roland Penrose in seinen Aufzeichnungen (nachzulesen in „Visiting Picasso“) über seine eigenen Besuche festgehalten hat. Demnach umgab sich Picasso liebend gerne mit Menschen, die ihm auf irgendeine Weise huldigten und extra aus aller Welt anreisten, ohne sie zu nah an sich heran zu lassen oder ihnen gar irgendwelche freundschaftlichen Versprechen zu machen.

Naomis Geschichte ist berührend. Sie zeigt die Leichtigkeit auf, die das Leben an der Côte d’Azur damals gehabt haben muss – zumindest für Picasso und seine Entourage. Ein Blog für die Seele, in dem man gerne herumliest, wenn jetzt trübere Herbsttage kommen.

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